In ein paar Tagen ist Bundestagswahl. Eine unnötige Information, denn gefühlt wurde noch nie so viel über die anstehende. Wahl gesprochen wie in diesem Jahr.
Vielleicht weil es sich um vorgezogene Neuwahlen handelt. Vielleicht aber auch, weil viele Menschen das Gefühl haben, mit dem Ausgang dieser Wahlen an einem Scheidepunkt zu stehen. So, als ob sich an diesen Wahlen die Zukunft Deutschlands Etscheiden würde.
Und zu einem großen Teil stimmt das sicher auch. Aber zu einem sehr großen Teil stimmt es auch nicht. Die Zusammensetzung der Parteien im Bundestag entscheidet über Gesetze, über richtungsweisende Entscheidungen, über die Verteilung von Geld, über Löhne, soziale Sicherheiten, über Freiheiten und Grenzen. Aber sie entscheidet nicht über Dich. Über Dich entscheidest Du. Klar, Du bist Teil einer Familie, eines größeren Zusammenhangs usw. Aber Du stehst morgens auf, Du weinst und lachst, Du unterhältst Dich mit den Nachbarn, Du liest, Du gehst spazieren. Du träumst.
Mit den folgenden Fragen will ich Dir die Möglichkeit geben, Deine Wahl zu treffen. Und zwar im doppelten Sinn: Auf dem Wahlzettel am 23.2. und jeden Tag in Deinem Leben. Beantworte Dir die Fragen offen und ehrlich und wenn Du magst, teile Deine Antworten mit anderen.
Was ist Deine größte Angst in Deinem Leben derzeit?
Glaubst Du, diese Angst hat Einfluss auf Dein Kreuz am 23.?
Von welchen Zielen träumst Du in Deinem Leben?
Kann eine politische Entscheidung nach der Wahl etwas zu diesen Zielen beitragen?
Welcher Wert ist Dir wichtig, wenn Du mit anderen Menschen zusammen bist (z.B. Toleranz, Ehrlichkeit, Offenheit, Fairness, Sicherheit…)?
Wo in Deinem Leben lebst Du das bereits? Wo fällt Dir das schwer?
Kann Dich der deutsche Staat irgendwie dabei unterstützen, diese Werte zu leben? Wo hindert er Dich?
Bist Du zufrieden mit Deine Lebensumständen? Wo spürst Du einen echten Mangel?
Gibt es eine Partei, die Dir verspricht, diesen Mangel zu beheben? Welche und wie will sie das tun?
Was tust Du selber dafür, damit Du zufriedener in Deinem Leben bist? Siehst Du dafür eine Möglichkeit?
Worüber bist Du zur Zeit häufig wütend?
Mit wem redest Du über diese Wut?
Hat die Wut Einfluss auf Deine politische Wahl für eine Partei?
In welchen Bereichen in Deinem Leben fühlst Du Dich selbstwirksam? Wo hast Du das Gefühl, einen Unterschied zu machen? Wo fühlst Du Dich frei und sicher?
Kannst Du Dir vorstellen, diesen Bereich nach der Wahl noch weiter auszubauen? Vielleicht hast Du dafür eine konkrete Idee:
Wir haben am 23.2. die Wahl. Wir haben jetzt die Wahl. Wir wählen, was wir sagen. Was wir tun. Wem wir unser Herz unsere Tür öffnen. Wieviel Angst und Wut wir füttern. Wir können wählen.